r/LegaladviceGerman • u/LatterClub841 • 10h ago
DE [TW: Suizidversuch] Heimliches Foto durch Mitarbeitee in psychiatrischer Klinik
Triggerwarnung: Suizidversuch, Mentale Gesundheit
Ich war dieses Jahr einige Monate in einer psychiatrischen Klinik. Dort war ich zwischenzeitlich in einem besonders überwachten Bereich mit Sichtfenster zum Dienstzimmer und ständiger Videoüberwachung.
Einen Abend habe ich gesehen, wie ein Mitarbeiter einer externen Sicherheitsfirma mit seinem privaten Handy ein Selfie von sich mit dem Monitor der Überwachungskameras gemacht hat. Nach Meldung meinerseits an das Pflegepersonal hat der Pfleger mit dem Mitarbeiter gesprochen und mir daraufhin bestätigt, dass dieser ein Bild gemacht habe, aber es nach der Frage durch den Pfleger gelöscht worden sei.
Durch den Vorfall hat sich meine psychische Gesundheit weiter verschlechtert, was letztlich (Mit-)auslöser eines Suizidversuches war.
Nachdem das ganze bis zur Klinikleitung ging, hat diese mir in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Patientenfürsprecher mitgeteilt, dass es sich um einen Einzelfall eines "schwarzen Schafes" handele und ein Organisationsversagen auszuschließen sei.
Für alle weiteren Fragen solle ich mich an die Geschäftsleitung des Sicherheitsdienstes wenden.
Auf Anfrage wurde mir von dem Geschäftsführer des Sicherheitsdienstes dann mitgeteilt, dass er den Vorfall bedauere, aber mir mitteilen könne, dass er mir nach Sichtung des Bildes versichern könne, dass ich nicht zu erkennen sei.
Auf die Nachfrage, wie er das gelöschte Bild habe sichten können, teilte er mir mit, dass er den Mitarbeiter dazu aufgefordert habe, das Bild einmalig zum Zwecke der Beweissicherung wiederherzustellen und es jetzt auf einem sicheren Firmenserver liege.
Ich hatte noch Anfang des Jahres aus der Klinik bereits eine Online-Anzeige gegen Unbekannt erstattet, da sowohl die Klinik als auch der Sicherheitsdienst die Daten des Mitarbeiters nicht herausgeben. Bezüglich der Klage habe ich allerdings nur die Information, dass sie an die zuständige Polizei weitergeleitet wurde. Auch eine Meldung des Vorfalls an den Landesdatenschutzbeauftragten seitens der Klinik ist erfolgt.
Ich habe den E-Mail-Verkehr, ein Gedankenprotokoll des Gesprächs mit der Klinikdirektion und dem Patientenfürsprecher (welches ich allen Beteiligten im Nachgang per E-Mail zugesandt habe mit Bitte um Korrektur, falls ich Punkte aus deren Sicht falsch wiedergegeben habe), eine Kopie meiner Patientenakte nach Art. 15 DSGVO und eine Kopie der Meldung an den Landesdatenschutzbeauftragten (übersandt durch den Datenschutzbeauftragten der Klinik) bereits gesichert.
Meine ganz konkreten Fragen sind nun:
- Kann die Klinik sich einfach unter Verweis auf den externen Mitarbeiter aus der Verantwortung ziehen, obwohl das Foto im Rahmen eines besonders geschützten und sensiblen Bereich der Klinik passierte?
- Falls die Aussage, dass ich nicht auf dem Bild sei, wahr ist, habe ich dann trotzdem die Möglichkeit rechtliche Schritte einzuleiten? Spielt es eine Rolle, dass ich die Befürchtung hatte, dass ich auf dem Bild zu sehen sei, eine Rolle? Insbesondere in Hinblick auf meine gesundheitliche Situation und dem Raum, in dem ich mich befand?
- Welches sind die nächsten Schritte, die ich gehen sollte? Das Thema beschäftigt mich nun halt schon ein ganzes Weilchen und ich merke, dass ich momentan nicht einfach damit abschließen kann, es zu ignorieren.